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Fichter Maschinen GmbH vertraut auf Yaskawa: High-End-Robotik automatisiert den Markterfolg

30. Januar 2017

Eine sehr komplex aufgebaute Montageanlage für einen Automobilzulieferer setzt sowohl beim Anwender als auch beim Hersteller dieser Systemlösung neue technologische Maßstäbe. Das logistische Herzstück der Anlage bilden zehn leistungsstarke Motoman-Handlingroboter und flexible TWIN-Steuerungen von Yaskawa.

Fichters largest and most complex system / Fichters bisher größte und aufwendigste Roboteranlage

Fast operating 6-axis robots MOTOMAN MH12 / Schnelle 6-Achsroboter MOTOMAN MH12 im Einsatz

The FichterSystemBaukasten is linked and automated by ten MOTOMAN MH12 robots / Zehn MOTOMAN MH12 Roboter verketten und automatisieren den FichterSystemBaukasten

Coordination via DX200Twin high-end-contoller / Koordination über High-End-Steuerung DX200Twin

MOTOMAN robot equipped with twin-gripper system / MOTOMAN Roboter ausgestattet mit Twin-Greifersystem

Die Fichter Maschinen GmbH in Eichstetten bei Freiburg i. B. konzipiert und baut Montagesysteme für die industrielle Verarbeitung von Metall-, Gummi- und Kunststoffteilen. Die Systemlösungen reichen von teilautomatisierten Montagemaschinen bis zu vollautomatischen Montageanlagen in den Kernbereichen Fügen, Kleben, Laserschweißen und Ultraschallschweißen. Die 1992 gegründete Firma hat 73 Mitarbeiter, davon acht Azubis und 25 Entwickler, und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 7,3 Mio. Euro. Entwickelt und gefertigt werden die Montagemaschinen und -anlagen vorrangig für Automobilzulieferer (60%), gefolgt von Elektroindustrie (20%) und Medizintechnik (20%). Beauftragt wird Fichter hauptsächlich von Kunden in Deutschland. Die Spezialmaschinen gehen aber auch in den Export: Jüngst wurde eine Montageanlage für die Herstellung eines Motorenteils nach Siebenbürgen in Rumänien geliefert. Als Systempartner von Yaskawa setzt Fichter seit vielen Jahren auf Motoman-Industrieroboter.

 

Größte Roboteranlage der Firmengeschichte

Mitte 2015 begann die Planung zur größten und aufwendigsten Roboteranlage, die die Firma Fichter bisher realisiert hat: Zehn Yaskawa-Roboter des Typs Motoman MH12 verketten und automatisieren 25 Prozessstationen des FichterSystemBaukastens. In allen Maschinen und Anlagen wird ein hoher Anteil der standardisierten Baugruppen aus dem FichterSystemBaukasten integriert. Die Kompatibilität der Komponenten ermöglicht kurze Realisierungszeiten sowie durchgängige Funktionen und Prozesse.

Die Umsetzung war aufgrund der im Lastenheft niedergelegten, umfangreichen Anforderungen des Kunden ausgesprochen anspruchsvoll: Dazu zählten die prozesssichere Montage von neun Einzelteilen mit jeweils mehreren Varianten zu fünf verschiedenen Baugruppen, eine durchgängige Rückverfolgbarkeit, Autonomie von 30 Minuten und die Bedienung der Anlage durch nur einen Mitarbeiter.

Die Entscheidung, Roboter als Handhabungstechnik einzusetzen, fiel schon früh in der Planungsphase, weil Einzelteile drehend montiert und gewendet werden müssen. Außerdem konnte so die durch die Varianten geforderte hohe Flexibilität gewährleistet werden. Hinzu kam, dass die Einschränkungen in der Länge der Anlage ein Portalsystem ausschlossen.

Die Mehrzahl der eingesetzten Roboter ist mit einem Twin-Greifersystem ausgestattet, die in einem Zyklus pro Station immer ein Teil entnehmen und wieder eines einlegen. Die Anlage arbeitet mit einer Zykluszeit von 20 Sekunden.

Die wichtigsten Montageprozesse der vollautomatischen Anlage sind:

•     Servomotorische Füge- und Bördelstationen mit Kraft-Weg-Überwachung

•     Befettung von Einzelteilen mit Wägesystem zur Überwachung der Fettmengen

•     Prüfstationen für Bauhöhe, Durchmesser, Drehmoment, Rund- und Planlauf

•     Kennzeichnung durch Etikettierung

Die Zuführung sämtlicher Einzelteile erfolgt durch normierte Systeme aus dem FichterSystemBaukasten: FichterBoxStore, FichterStepStore, FichterStackStore und FichterSlideStore. Aufgrund der Komplexität des Montagevorgangs ist die Anlage zusätzlich durch ein Werkstückträgersystem, den FichterDuoFloor, verkettet.

 

Handlingroboter Motoman MH12

Die Fichter-Ingenieure entschieden sich für 6-Achsroboter der Motoman MH-Serie von Yaskawa. Hierbei wurde mit dem Handlingroboter Motoman MH12 auf das schnellste Modell seiner Klasse zurückgegriffen. Die Tragkraft ist auf 12 kg ausgelegt. Zugleich erlaubt das schlanke Design des Motoman MH12 eine hohe Roboterdichte. Mit Roboter-Entwicklungen wie dem Motoman MH12 will Yaskawa seinen Kunden in der Automotive-Industrie und verwandten Branchen entscheidende Wettbewerbsvorteile verschaffen. Denn der MH 12 erfüllt die Anforderungen nach Robotern, die extrem präzise und mit außergewöhnlich hoher Taktzahl arbeiten. Zugleich benötigt das Modell nur wenig Platz und kann so dichter platziert werden.

Koordiniert werden jeweils zwei Manipulatoren über eine High-End-Steuerung: die DX200Twin. In die neue Controller-Generation DX 200 hat Yaskawa als einer der erfahrensten Roboter-Hersteller der Welt die langjährige Expertise seiner Ingenieure einfließen lassen: Die DX200 bietet über 120 anwendungsspezifische Funktionen. Neu sind außerdem weitere Bussysteme und der integrierte Safety Controller: Er macht die DX200 zu einer kompletten Funktionalen Sicherheitssteuerung (FSU) der Kategorie 3. Mit bis zu 32 festlegbaren Sicherheitszonen und 16 möglichen Werkzeugen werden kleinere Arbeitsbereiche und eine optimale Ausnutzung der Produktionsfläche möglich. Als weiterer Vorteil können im Schnittfeld Roboter-Mensch mehrere Teilprozesse gleichzeitig ausgeführt werden – die entsprechenden Sicherheitsstandards bleiben dabei stets gewährleistet.

Ebenfalls neu: Die DX200 ist auf die vereinfachte Integration von Peripheriegeräten ausgelegt. Über die patentierte Multi-Robot-Technologie können bis zu acht Roboter bzw. 72 Achsen synchron kooperieren. Die bei Fichter eingesetzte DX200 Twin-Systeme ermöglichen die Koordination von zwei Robotern mit bis zu 18 Achsen. Weil jeder Roboter die Positionen der anderen Roboter kennt, ist eine „Crash-Situation“ ausgeschlossen. Die Roboterdichte in der Montagehalle lässt sich folglich optimal ausschöpfen. Eine hohe Performance und Verfügbarkeit gewährleistet wiederum die Advanced-Robot-Motion-Technologie (ARM). Sie garantiert eine branchenweit Maßstäbe setzende Bahnführung sowie reduzierte Teach-Zeiten.

Die von Fichter Maschinen GmbH entwickelte und gefertigte Anlage – unter Einbindung der Yaskawa-Roboter MH12 und der Steuerung DX200Twin – ist in der Lage eine Überprüfung sowie lückenlose Nachverfolgbarkeit jedes einzelnen Bauteils jederzeit zu ermöglichen. Somit lassen sich Fehler, sollten sie auftreten, tracken und rasch beheben. Dazu wurde sehr viel Wert auf die Einbindung modernster Informations- und Kommunikationstechnik gelegt – in der Industrie 4.0 verzahnt sich die Produktion mit der digitalen Welt. So wird die durchgängige Prozessdatenüberwachung zur Diagnose und Nachjustierung von Montagevorgängen genutzt und die Fernwartung zur zeitnahen Betreuung und Optimierung durch den Hersteller. Die Vernetzung aller Stationen in der Leitsteuerung von Fichter wiederum ermöglicht zusammen mit der Anbindung an das PPS des Kunden und der normierten Bedienoberfläche eine optimale Bedienung auch bei Typenwechseln.

Die Anlage ist zudem so konzipiert, dass bei Bedarf eine problemlose und schnelle Verlagerung und Wiederinbetriebnahme durchgeführt werden kann. Möglich macht dies die Plattform FichterRoboCell, auf der alle Funktionsmodule der Anlage inklusive der Yaskawa-Roboter und der Steuerung DX200Twin installiert sind. Mit dieser Technik werden in sich geschlossene Module gebildet.

 

Ergebnis

Die Fichter-Anlage ist im Herbst 2016 in Betrieb gegangen. Sie verschafft dem Kunden des baden-württembergischen Maschinenbauers entscheidende Wettbewerbsvorteile – sicherer Betrieb in 21 Wochenschichten, kurze Rüstzeiten unter 20 Minuten für eine andere Teilevariante, Archivierung sämtlicher Produktions- und Messdaten und ein einfacher übersichtlicher Aufbau, der die Bedienung und Wartung wesentlich erleichtert.

 

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